Marokko – Ein Dorf auf Drogen

Am 12.11.2002 hatte im Kölner Filmhaus der Dokumentarfilm “Haschisch” seine Premiere. Der Film dokumentiert das Leben der Leute in einem kleinen Dorf, in den Bergen von Ketama (Nordmarokko) und ist unter ziemlich abenteuerlichen Bedingungen entstanden. In rund 80 Minuten erfährt man sehr viel über die “Gegend die den Europäischen Hasch-Markt
dominiert” und es ist dem Filme-Macher, sowie den Protagonisten, hervorragend gelungen dem Zuschauer einen Eindruck von den Leuten und Ihren Produkten zu vermitteln.

Daniel Gräbner zu seinem Film:

„Ein kleines Dorf hoch oben in den Bergen von Ketama, Nordmarokko. Das Leben der Menschen hier ist seit Jahrhunderten geprägt von der Droge Haschisch. Haschisch als tägliche Arbeit, Haschisch als Tauschwährung, Haschisch als Geschäft, Haschisch als Basis und Philosophie eines sozialen Systems, Haschisch als Medium für die Träume und Haschisch als Grund der Stagnation.
Der Film entwirft ein Portrait dieses Lebens: Beobachtungen der Arbeit und des täglichen Lebens in der Familie; Musik und Landschaft als metaphysische Projektionsfläche;die Droge; die Suche nach Freiheit; und im Mittelpunkt des Films die Menschen selbst.“

Obwohl der Cannabisanbau sowie die Haschisch Herstellung und der -verkauf in Marokko illegal sind, wird es geduldet da es dem Staat Devisen bringt. Trotzdem hat der marokkanische Staat kein wirkliches Interesse daran, dass im Ausland über Haschisch im Rif berichtet wird. Daher musste der Dreh unter großer Geheimhaltung stattfinden.

Das Equipment konnte nur durch einige Tricks ins Anbaugebiet gebracht werden und die Spuren mussten ständig verwischt werden. Niemand durfte das Ziel der Reise kennen. Beim Dreh selbst wurde die Kamera zur Tarnung in Tücher gehüllt, das gedrehte Material schließlich auf Umwegen nach Europa zurückgeschmuggelt. All diese Vorsichtsmaßnahmen dienten einerseits der Ermöglichung des Films, andererseits aber auch dem Schutz der Protagonisten.

Obwohl sich im Rif niemand um Verbote schert, stehen die Bauern doch immer mit einem Bein im Gefängnis. Im Vorfeld mußte daher ein großes Netz von Beziehungen geknüpft werden. Einige Reisen ins Rif waren nötig, um Vertrauen aufzubauen und nur so wurde es schließlich möglich, dass die Bauern vor der Kamera mit völliger Selbstverständlichkeit über ihr Geschäft und ihr Leben sprechen. Ohne verstellte Stimme und schwarzem Balken vor den Augen.

 

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