Ganja

Habt ihr die Grundlagen der Hydrokultur verstanden!?


Weltweit haben viele Staaten den Anbau und Konsum von Cannabis längst entkriminalisiert. In Deutschland dagegen bleibt Cannabis selbst als Medikament verboten. quelle: Originalvideobeschreibung zdf


Auch wenn sie in den Augen vieler Menschen als Droge verpönt und auch offiziell, durch das Gesetz bestätigt, als Rauschmittel anerkannt ist, entgehen wir durch diese Verbannung dem vielseitigen Nutzen – unter anderem den heilenden Kräften – der Hanfpflanze.

Zunächst einmal ist die Hanfpflanze bereits dort ein positiver Faktor, wo wir noch gar keinen augenscheinlichen Nutzen davon haben – Im Boden. Sie wirkt in unseren oftmals belasteten und ausgezehrten Böden wie eine Rehabilitationsmaßnahme und unterdrückt durch den raschen Reihenschluss und seinen großen Wachstumsfortschritt bei jungen Pflanzen den Wuchs von ungewünschten Unkräutern.
Für die besonders schädlingsresistenten Pflanzen werden außerdem keinerlei Herbizide benötigt, was vor Allem dem biologischen Landbau zu Gute kommt.
Bereits heute können aus Hanf weit mehr als 40.000 verschiedene Alltagsgegenstände hergestellt werden.

Doch auch für die Entwicklung in einem sehr wichtigen Bereich spielt Hanf eine große Rolle: In der Pharmazie wird vor Allem Hanföl zur Produktion von verschiedensten Medikamenten verwendet und ist auch sonst ein sehr gesundes Speiseöl mit tatsächlich sehr geringem THC-(psychoaktiver Stoff der Hanf-Pflanze)Anteil. Ebenfalls profitieren viele Patienten von der heilenden Wirkung von Hanf.

 

Nach dem Wegfall des Anbauverbotes erlebt die Hanfpflanze seit Mitte der Neunziger Jahre einen regelrechten Boom; es entstanden viele Gruppierungen, die sich für eine teilweise oder vollständige Legalisierung von Nutzhanf einsetzen wie zum Beispiel H.A.N.F.
Aufgrund des immer größer werdenden Druckes, den die Aktivisten nun auch auf die Politik ausüben konnten, wurden die Einstellungen zum Thema auf europäischer Ebene neu diskutiert. Bereits 2008 waren 14 Sorten Hanf in der Europäischen Union zum Anbau freigegeben, die Vereinigten Staaten wehren sich hingegen noch immer gegen die Legalisierung.

Aufgrund seiner Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit ist Hanf als Nutzpflanze sehr beliebt, denn so gut wie jeder Teil der Pflanze kann verwendet werden, während die Energiebilanz deutlich unter Der vieler anderer Nutzpflanzen bleibt. Weiterhin produziert Hanf einen großen Anteil an Biomasse, also Energie, die zum Beispiel zum Heizen oder als Kraftstoff verwendet werden kann.


Kiffen erlaubt, besitzen verboten? Gegen das paradoxe deutsche Cannabis-Verbot wächst der Widerstand

Cannabis fällt in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz. Daraus geht hervor: Konsumieren ist erlaubt, aber Besitz, Handel und Anbau von Cannabis sind verboten. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass kleine Mengen dabei strafrechtlich geduldet würden. Tatsächlich liegt die Grenze des Gesetzes aber bei Null. Die berühmt berüchtigte „geringfügige“ Menge“ kann lediglich dazu führen, dass das Verfahren eingestellt wird – und in den meisten Fällen findet das auch statt. Darauf kann man sich aber nicht verlassen, denn die Entscheidung liegt im Ermessen des jeweiligen Staatsanwalts. Es ist noch nicht einmal einheitlich geregelt, bis wie viel Gramm die Justiz von einer „geringfügigen“ Menge ausgeht. Das unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland und kann zwischen 6 und 15 Gramm liegen. Die rechtliche Situation in Deutschland ist also ziemlich paradox, und sogar Polizei und Juristen protestieren dagegen.

Selbst wer Cannabis nicht besessen, sondern nur konsumiert hat, kann in Deutschland durchaus in Schwierigkeiten geraten. Zum Beispiel im Straßenverkehr: Auch wenn jemand so wenig Cannabis geraucht hat, dass er nicht berauscht ist, kann die Polizei ihm den Führerschein abnehmen. Laut Gesetz begeht jeder, der unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln ein Kraftfahrzeug führt, eine Ordnungswidrigkeit, die mit Fahrverbot und Geldbuße bestraft werden muss. Aber wann steht man noch unter dem Einfluss der Droge und wann nicht mehr? Die Polizei macht das nicht an der Wirkung fest, sondern beispielsweise am THC-Gehalt im Blut. THC aber hält sich mehr als 12 Stunden im Blut und von einer berauschenden Wirkung ist dann nicht mehr auszugehen. Bislang fehlen Grenzwerte und Messtechniken, die hier den tatsächlichen Einfluss des Cannabis zu einem bestimmten Zeitpunkt sicher feststellen könnten.

Nicht nur in Kiffer-Kreisen, auch unter Staatsanwälten, Richtern und Jura-Professoren findet die bisherige Regelung wenige Freunde. Vertreter eben dieser Berufsgruppen haben sich deshalb im Schildower Kreis zusammengeschlossen. Sie halten das Cannabis-Verbot für schädlich und verfassungswidrig. Ihr Argument: In Deutschland muss ein Verbot dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit entsprechen. Das ist im Grundgesetz so vorgeschrieben und bedeutet, dass ein Verbot „geeignet“, „erforderlich“ und „angemessen“ sein muss. Im Fall von Cannabis seien alle drei Aspekte nicht erfüllt, behaupten die Experten.

Viele Kritiker bezweifeln, dass das Cannabis-Verbot im Sinne des Grundgesetzes überhaupt als Verbot „geeignet“ ist. Ziel des Gesetzes sei es schließlich, den Konsum zu reduzieren und tatsächlich würde dies nicht erreicht. Die Experten berufen sich auf Studien, die die Auswirkungen von Verboten auf die Konsumzahlen untersucht haben sowie auf ein Programm der Vereinten Nationen zur Drogenbekämpfung von 1998. Ergebnis auch dieser Studie: Zehn Jahre nach Beginn hatte sich der Konsum durch Repressionen nicht verändert. Das Cannabis-Verbot ist laut Kritikern auch nicht „erforderlich“. Nach unserer freiheitlichen Grundordnung entspreche „erlaubt“ der Standard-Einstellung. Diese Freiheit dürfe nur mit dem „mildesten Mittel“ eingeschränkt werden. Bei Alkohol zum Beispiel gelten Auflagen zum Alter oder Sanktionen für Autofahrten unter Alkoholeinfluss. Gebe es auch solche alternativen rechtlichen Möglichkeiten, sei ein Verbot nicht das mildeste Mittel. Auch bei Cannabis sind laut Experten solche Auflagen denkbar, so dass man, wie bei Alkohol, auch hier ohne ein offizielles Verbot auskommen könnte.

Juristen kritisieren am Cannabis-Verbot auch, dass es nicht „angemessen“ sei und der staatlichen Gemeinschaft mehr schade als nütze. So würden Konsumenten Opfer von Beschaffungskriminalität, die Prohibition fördere den Schwarzmarkt und die Strafverfolgung verschlinge Milliardenbeträge, die beispielsweise in der Drogenprävention besser aufgehoben wären. Mittlerweile haben sich auch Staatsanwälte sowie die Polizeigewerkschaft in den Kreis der Prohibitions-Gegner gereiht. Bisher aber haben die Kritiker des deutschen Cannabis-Verbots ihr Ziel noch nicht erreicht. Im Jahre 1994 hatte das Bundesverfassungsgericht die Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz schon einmal zu prüfen – das Verbot wurde bestätigt.

Dienstag, 2. Dezember 2014