Kreislauf

oder:
“Was tun, wenn die Reise zu weit geht?”

Es kann schon mal geschehen, daß die Dosis zu hoch gerät, vornehmlich beim zunehmen von Speisen ist das leicht möglich. In der ersten Ausgabe des Kochbuchs hat der Verfasser schon ein paar Gegenmittel beschrieben, inzwischen sind einige mehr dazu gekommen und erprobt. Ebenso wie die “normalen” Cannabis Rauschreaktionen sich bei jedem anders ausdrücken, sind auch die Erscheinungen bei Überdosierungen mannigfaltig.
Da gibt es die physischen Symptome: erhöhter Blutdruck und Puls, getrübte, reaktionsschwache Pupillen, erweiterte Bindehaut-Gefäße, Tremor des Mundes und der Zunge, kalte Gliedmaße, schneller, kurzer Atem, Ataxie und aktive, tiefgehende Reflexe, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.
An psychischen Symptomen treten auf: ein wechselnder Zustand von Euphorie und Depression, Verzerrung von Zeit und Raum, Bewußtseinsspaltung, verminderte Selbstkontrolle, Angst, Paranoia, Wahnideen, Gedächtnis-störungen, Rastlosigkeit, Verwirrung, Desorientierung, Gereiztheit, Selbstmordneigung (Aggressivität); nach dem Erwachen: Benommenheit, unartikuliertes Sprechen und leichter Gedächtnisverlust.

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Was ist also in einer derartigen Situation zu tun? In jedem Fall sind Ruhe und Fingerspitzengefühl notwendig, um das richtige Mittel zu finden. Sind die Unannehmlichkeiten mehr körperlicher Art, oder hängen sie hauptsächlich von der Gemütsverfassung ab? Nun sind die nächsten Schritte möglich, dabei sind grundsätzlich alle Mittel gut, die ausbalanciert wirken.
Wenn es der Körper zuläßt, sind kalte Getränke, massig Vitamine (C) und schwere Speisen immer richtig. Ebenso kommt ein guter Rohkostsalat sehr gut. Der Appetit ist meist ein guter Ratgeber, aber es sollte auch auf ein um-fassendes Angebot an Stoffen geachtet werden, aus denen sich der Körper dann das jeweils Benötigte auswählen kann.
Nun, nicht jeder fühlt sich bei Cannabis-Vergiftungen in der Lage zu essen, vielleicht ist dir auch übel. Dann ist ein leichter Pfefferminz-, Kamillen- oder Schafgarbentee nützlich, dem zum Beruhigen Lavendelblüten oder zum An-regen Rosmarinblätter beigemischt sind. Naturreiner Honig zum Süßen bringt wertvolle Stoffe hinzu.

Jetzt wirds extrem: Horror, Paranoia und das Gefühl, in Trümmer zu zerfallen, sind die übelsten Cannabis Rauscherlebnisse bei einer Überdosis, dagegen ist schwer etwas zu machen, auf keinen Fall sollte solchen Explosionen die chemische Beruhigungspille beigesetzt werden. Da ist es dann schon besser, diese Phase durchzumachen, und daraus zu lernen.
Auf jeden Fall ruhig bleiben, auch gerade innerlich. Von den möglichen Gegenmitteln sind die Folgenden erprobt und empfehlenswert: warm-kalte Wechselduschen stellen auf die Beine, ein heißes Getränk von Zitronensaft, Honig und Wasser wirkt von innen Wunder, streicheln und leichte Massage regen den Körper, das Körpergefühl an. Konzentrationsübungen und bewußte Selbstbesinnung balancieren die Gedanken und können Entspannung bringen.
Am allerbesten helfen Ruhe, Fingerspitzengefühl und Phantasie – Not macht erfinderisch!

“Dosis facit venenum – Die Menge macht das Gift”

Bei langjährigen Haschischrauchern stellt sich oft eine hartnäckige Reizung der Lungen ein, die durch Einnahme dieses Kräutertees gemildert werden kann:
Eine Mischung von Holunderblüten, Isländischer Moosflechte, Fenchel und Anis – 1 Teelöffel auf 1 Tasse – Wird eine Minute lang gekocht. Mit dieser Abkochung brüht man einen kräftigen Pfefferminztee auf, der, nach Geschmack und Einsicht mit etwas Honig gesüßt, in kleinen Schlucken heiß getrunken wird.
Heilend und schleimlösend wirken auch Tees von Spitz- und Breitwegerich und Huflattich; Zinnkraut (10 Minuten gekocht) und Lungenkraut kräftigen das Lungengewebe.
Gewiefte Raucher setzen ihrer Rauchmischung etwas Huflattich zu, der aber unbedingt gut fermentiert sein soll (der handelsübliche ist nur luftgetrocknet).

Gefährlicher ist eine zugemischte Prise getrockneter Stechapfelblätter, die hustenreizlindernd wirkt, aber auch Nebenwirkungen wie starke Erregung, akustische und optische Sinnestäuschungen hervorbringen kann.