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2014 war das Jahr der Cannabis-Legalisierung für mehr als nur der medizinische Verwendung. Im Januar spielte Colorado eine führende Rolle in dem Bemühen, den Verkauf von Marijuana für Genusszwecke zu legalisieren. Der Staat Washington folgte dem Vorbild im Juli, obwohl die herstellende Industrie mit Schwierigkeiten kämpfte, die gesteigerte Nachfrage zu decken.

Cannabis shop

Cannabis shop

Im November stimmten die Bürger in den Staaten Alaska und Oregon mit einer satten Mehrheit von siebzig Prozent dafür, den Genuss von Hanf nicht länger zu verbieten. Doch ein Abkommen von Repräsentantenhaus und Senat könnte der Legalisierung von Cannabis in die Schranken weisen. Ein Hauptargument der Gegenstimmen aus dem Kongress lautet, das Rauschmittel senke die Hemmschwelle mit härteren Drogen wie Heroin anzufangen.

Während Genussraucher sich bereits darauf freuen kann, dass der Gesetzgeber Cannabis vorbehaltlos legalisieren werde, richtet sich das Interesse von Regierungsvertretern und Kontrollorganen auf die Vorreiter in Colorado. Sie versuchen einzuschätzen, was auf die Counties zukommt. Zwar tauchten ein paar unerwartete Hürden auf und Fragen blieben ungelöst. Doch Colorados Weg verlief einfacher als viele Beobachter im Vorfeld voraus sagten. Hier die drei wichtigen Erkenntnisse aus Colorados erstem Jahr mit einem legalen Verkauf der psychoaktiven Droge.

Cannabis-Legalisierung verläuft anfangs ruhig

Der Governeur von Colorado John Hickenlooper sprach sich während der Debatte 2012 gegen die Legalisierung der Droge aus. Doch seine Regierung zeigte sich kompromissbereit. Seitdem drückten Hickenlooper und andere Regierungsvertreter bereits mehrfach ihre Zufriedenheit über den unerwarteten ruhigen Verlauf aus, so Barbara Brohl von der Finanzbehörde Colorado.

Hanfprodukte

Umsatz mit Hanfprodukte

Gegner der neuen Gesetzgebung hatten vor den vielen möglichen Zwischenfällen gewarnt, die das Geschehen durcheinander bringen könnten. Ordnungskräfte betonten wiederholt, in den Nachwehen der Legalisierung steige die Kriminalitätsrate gefährlich an, Autounfälle häuften sich. Zu Halloween befeuerten Kritiker Ängste von Erziehungsberechtigten, Hasch-Kekse gelangten versehentlich in Kinderhände.

Während die Experten der Drogenpolizei mahnten, noch sei es zu früh, Effekte der Legalisierung langfristig zu benennen, war es das Ausbleiben einer schwerwiegenden Katastrophe, das optimistisch stimmte. Die Kriminalitätsrate sank in Denver, der Stadt mit dem höchsten Cannabis-Verbrauch. Autounfälle mit tödlichem Ausgang näherten sich einem historischen Tiefpunkt, so eine Analyse von Radley Balko von den Wahington News. Auch die “Unruhenacht” mit den Kürbisfratzen ging vorüber ohne einen einzigen Polizeibericht eines bekifften Kindes.

Die Einkommen aus dem Verkauf von Marihuana stiegen im Laufe des Jahres. Durch die Steuereinnahmen floss mehr Geld in den staatlichen Haushalt als zuvor prognostiziert. Dies führte sogar zu einer Steuererleichterung für die Bürger von Colorado, so die Denver News.

Neue Regelungen können nicht von Anbeginn perfekt sein

Wenn etwas schief lief in Colorado, dann waren es Vorkommnisse rund um essbares Marihuana. Ein Student aß die sechsfache Menge der empfohlenen Tagedosis Haschkekse, verlor das Gleichgewicht und stürzte von einem Balkon. Der Unfall endete tödlich.

Gerade solch spektakuläre Einzelfälle erhalten ein unverhältnismäßiges Medienecho. Colorado reagierte umgehend. Einschränkungen sollen folgen.

Es gibt immer noch viel, das wir nicht wissen

Ein Drogenexperte sagte, es dauere noch Jahre, bis die langfristigen Auswirkungen der Legalisierung bekannt würden. Es gab zu, Prognosen hätten die Realität bedrohlicher gezeichnet, als sie tatsächlich ausgesehen habe, doch kein Vorzeichen habe zu einer optimistischeren Vorhersage berechtigt.

Noch immer sind die Statistiken für den Jahresverbrauch nicht klar. Ob von Hanfkonsum verursachte Autounfälle und andere Unglücke vermehrt auftreten werden, wenn die industrielle Herstellung des Rauschmittels erst ausgereift ist, steht in den Sternen.

Zwar positioniert sich Colorados Genussindustrie bereits vergleichsweise gut. Doch gegenüber der Produktion zu Heilbehandlungen besteht noch Aufholbedarf. 23 Staaten erlauben den Gebrauch von medizinischem Haschisch bereits. Bewährte Wirkungen sind Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und Nervenberuhigung bei zahlreichen Krankheiten wie der posttraumatischen Belastungsstörung oder Rheuma. Unternehmen setzen Hoffnung auf eine starke Marke wie “Aquarius Cannabis” um das Geschäft zu befeuern. Je mehr Teilnehmer den Markt bereichern, umso günstiger könnte Hanf angeboten werden und ein größeren Kundenkreis erreichen.